VOM BERG DER DREI KREUZE HABEN SIE EINEN AUFSEHENERREGENDEN BLICK ÜBER VILNIUS
 
Ein besonderes Schmuckstück der litauischen Hauptstadt sind drei auf einem Hügel stehende riesige Kreuze. Sie gelten nicht nur als Symbol der Stadt, sondern dienen auch als Symbol für die Identität des litauischen Volkes und seinen Widerstand in den Besatzungsjahren. Wenn Sie den Berg besteigen, liegt die ganz Stadt ausgebreitet vor Ihnen. Entsprechend ist dieser Ort besonders bei Touristen, bei Jungvermählten und bei Romantikern, die von hier aus den Sonnuntergang genießen wollen, beliebt.
 
Vorgeschichte und Symbolik
 
Die historischen Ereignisse rund um die Errichtung der drei Kreuze reichen bis in das 14. Jh. zurück. Damals waren im noch heidnischen Litauen sieben Franziskanermönche ermordet worden. Zu ihrem Gedenken errichtete man auf dem Berg drei Holzkreuze. 1916 wurde sie durch drei Kreuze aus Stahlbeton ersetzt, einem damals noch ganz neuen Baumaterial, und die drei Kreuze wurden somit eines der ersten Betonbauwerke in Vilnius.
 
Die neuen Kreuze umschließen die alten
 
1950 veranlasste die sowjetische Besatzungsmacht die Sprengung der Kreuze. Die Vilnieter aber wollten ihre Wiederrichtung und so wurden auf dem Fundament der alten Kreuze abermals drei Kreuze, dieses Mal als Zeichen des Widerstands gegen die damalige Besatzungsmacht aufgestellt. Die Überreste der Betonkreuze wurden von Archäologen ausgegraben und ein Teil der Trümmer ist heute am Fuß des Berges zu besichtigen, die übrigen wurden eingegossen und als Material für die neu gegossenen Kreuze verwendet.
 
 
 
 
Gediminas-Grabhügel, Tischberg und Bekeschberg
 
Der Berg der drei Kreuze liegt in Gesellschaft anderer bedeutsamer Hügel in einem Park. Hier können Sie z.B. auf dem Gediminas-Grabhügel spazieren gehen, benannt nach dem Fürsten, der im Jahr 1323 die Stadt gegründet hatte. Der Berg wird gern besucht, weil man von hier aus einen Panoramablick über die Stadt genießen kann. Zugleich ist er aber auch auch Treffpunkt für Anhänger alter heidnischer Traditionen, die hier ihre Feste feiern.
Selbst ein Blickfang ist der Tischberg (Stalo kalnas), der seinen Namen nach seiner flachen Spitze erhielt. Sie eignet sich besonders schön für Spiele im Freien. Auch von hier aus hat man Aussicht auf die waldumsäumte Stadt.
Vierter im Bunde der Hügel ist der Bekeschhügel (Bekešo kalnas). Er trägt seinen Namen nach dem hier im Jahr 1580 bestatteten bedeutsamen Kriegsherren und Herrscher von Polen-Litauen Kaspar Bekesch (Kasparas Bekešas). Er durfte als bekennender Arianer nicht auf einem katholischen Friedhof bestattet werden und fand daher auf diesem Hügel seine letzte Ruhestätte.
Diese prächtigen, für die Geschichte Litauens so bedeutsamen Hügel, befinden sich mitten im Zentrum von Vilnius. Zu ihren Füssen liegt die Altstadt mit ihren malerischen Kirchdächern, Museen und engen Gässchen.
 
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