BURG TRAKAI – RUHM DES MITTELALTERLICHEN LITAUENS
 
Ob es wohl ermüdend ist, Symbol und Aushängeschilde eines ganzen Landes zu sein? An dessen Pracht und Erhabenheit sich Gäste von weit her erfreuen? Die sagenumwobene, oft besungene Wasserburg Trakai ist ein solches Symbol, das mit einer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte aus dem Mittelalter aufwarten kann.
 
Aus einer Grille entstanden
 
Die „Seenstadt“ Trakai ist die historische Hauptstadt der Litauer. Jedoch befindet sich hier nicht nur die alte Stadt, sondern auch der ganze Stolz des Landes: Burg Trakai, die einzige Inselburg Osteuropas.
Schenken Sie den Legenden Glauben? Es heißt, dass die Gründung Trakais einzig der Laune einer Frau zu verdanken sei. Birutė, aus Palanga stammende Gemahlin des Fürsten Kęstutis, soll in Trakai unglücklich gewesen sein, da ihr das Wasser fehlte. Und so ließ Kęstutis für seine Frau in der Mitte des 14. Jh. eine niegelnagelneue Burg auf der wasserumgebenen Halbinsel errichten!
 
Die Geschichte der Burg
 
Die Burganlage, die sich über die ganze Insel erstreckt, wurde zur Residenzstadt des Großfürstentums Litauen (LDK). Im gotischen Stil von Baumeistern des Mittelalters errichtet, besteht sie aus der eigentlichen Burg und einem Turmverließ. Umgeben sind beide von einem hohen, sorgfältig konstruierten Verteidigungswall, hinter dem sich der Galvė-See befindet. Ihre politische Bedeutsamkeit verlor die Burg, als die Hauptstadt des Großfürstentums von Trakai nach Vilnius verlegt wurde, sie blieb jedoch die Lieblingsresidenz der Großfürsten. Im 16. Jh. fungierte sie als Gefängnis für Kriegsgefangene adeliger Herkunft. 1962 wurde die Burg an das Geschichtsmuseum Trakai übergeben.
 
 
 
 
 
Wer Geheimnisse liebt
 
Wenn Sie an Geschichte interessiert sind und noch dazu geheimnisumwitterte Orte mögen, dann ist Trakai für Sie ein Muss. Die Inselburg ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Litauen. Eine in die Burg führende, 300m lange Holzbrücke, die über einen Kanal von 12km Länge verbundenen Seen, atemberaubende schöne Kunstgegenstände, Galerien, Glas- und Wandmalereien und geheime Durchgänge begeistern allerdings auch die, denen Geschichte eher gleichgültig ist. Im Burginneren ist heute ein Geschichtsmuseum tätig, außerdem werden regelmäßig Ritterturniere, Konzerte und Handwerkstage organisiert. 
 
Sehenswürdigkeiten im Umland
 
Trakai war im Mittelalter eine multikulturelle Kolonie und wird bis heute als Heimat der Karäer angesehen. Lassen Sie sich mit authentischen Speisen bewirten! Die karäischen kibinai sind ein Probieren allemal wert.
Besuchen Sie auch den malerischen Landsitz Užutrakis, dessen Parkanlage zum Ende des 19. Jh. von dem berühmten französischen Landschaftsarchitekten und Botaniker Eduard Francois Andrė entworfen wurde. Den Gebäudekomplex ließ die Tiškevičius-Familie 1896-1902 die errichten und das Haupthaus im Stil des italienischen Neoklassizismus stammt von dem polnischen Architekten Josef Hus. Es ist luxuriös ausgestattet im Stil Ludwigs. XVI Den Park zieren über 20 Teiche und umsäumt wird das Gelände von den Seen Galvė und Skaistis.
In den Seen um Trakai kann man baden, sie mit einer Yacht, einem Wasserrad oder dem Boot befahren und die umliegenden Feuchtgebiete aufsuchen. Vielleicht mögen Sie auch vom 30km entfernten Flughafen Palukys aus in die Lüfte steigen und bis zur Ostsee fliegen.
 
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