AM TOR DER MORGENRÖTE WEREN WUNDER WAHR
 
Das Tor der Morgenröte in Vilnius ist der ganzen Welt aus gleich zwei Gründen ein Begriff. Zum einen wegen des Gemäldes der Jungfrau Maria in der Kirche am Tor der Morgenröte. Zum zweiten heißt es, dass an diesem Ort Wunder geschehen. Schon seit langem weiß man von hier geheilten Kranken oder bestraften Bösewichten zu berichten. Besuchen Sie das Tor der Morgenröte und vielleicht wird auch Ihnen ein Wunder zuteil.
 
Das Tor der Morgenröte befand sich einstmals an der gefährlichsten Stelle der Stadt
 
Heute verbinden die meisten Menschen mit dem Tor der Morgenräte die Gebetsstätte. Vor einigen hundert Jahren jedoch war es eines der zehn Stadttore, die man im 16. Jh. errichtet hatte, wovon die immer noch gut sichtbaren Schusslöcher auf der Außenseite der Mauer zeugen.
Das Tor der Morgenröte befand sich an der gefährlichsten Stelle, denn genau hier wurde Vilnius am häufigsten angegriffen. Als die zaristische Armee im Jahr 1799 die Vilniusser Stadtmauer zerstörte, verschonte sie allein das Tor der Morgenröte. Gut denkbar, dass man sich scheute, die Stätte des heiligen Bildes zu entweihen.
 
 
 
 
 
Das berühmte Mariengemälde
 
Eines der berühmtesten Renaissancegemälde in Vilnius ist die Wunderikone der Gebenedeiten Jungfrau Maria voll Gnaden in der Kapelle im Tor der Morgenröte. Es wird auch als „Madonna im Tor der Morgenröte“ oder „Schwarze Madonna von Vilnius“ bezeichnet. Das Gemälde aus dem 17. Jh. wurde nach einer Vorlage der niederländischen Meisters Marten de Vos speziell für diese Kapelle gemalt und wird von Katholiken wie Orthodoxen und Unierten gleichermaßen verehrt.
Es gibt nur wenige Mariendarstellungen ohne Kind. Diese ist so eine, die nicht zuletzt deswegen so berühmt und oft kopiert ist. So gibt es z.B. in Saint-Séverin in Paris, vielen polnischen Kirchen und in der litauischen Kapelle des Vatikans eine Kopie der Schwarzen Madonna.
 
Frauen war der Zutritt in die Kapelle versagt
 
Man hat die Kapelle so errichtet, dass die Gläubigen das Gemälde von der Straße aus anbeten konnten. Zutritt war nur vom Klostergarten aus möglich und allen Weltlichen, vor allem Frauen, versagt.
Im 19. Jh. wurde die Kapelle im spätklassizistischen Stil umgestaltet und dient heute noch als Gebetsstätte. Auch Papst Johannes Paul II hat diese besonderen Ort besucht und mit Anhängern aus ganz Litauen und dem Ausland gemeinsam Rosenkränze gebetet.
 
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