FÜR DEN FESTTISCH: HAUSGEBACKENES BROT UND WEISSKÄSE
 
Die Litauer lieben ihr Brot. Schon in der Steinzeit schätzten sie es als tägliche Nahrung und auch heute ist für einen Litauer ein Tag ohne Brot geradezu undenkbar. Das Brot wird nach alter Rezeptur entweder zu hause gebacken. oder in Großbäckereien und dann in den Geschäften verkauft. Natürlich schmeckt das Brot frisch aus dem Ofen am allerbesten. Es duftet unnachahmlich und jeder einzelne Bissen offenbart eine ganze Fülle an unterschiedlichen Geschmackserlebnissen. Traditionellerweise bietet die Litauerin zum selbstgebackenen Brot ein Stück weißen litauischen Weißkäse an – ebenfalls aus Handarbeit.  Eine absolut einzigartige Kombination von Leckerbissen, die Sie auf der Welt kein zweites Mal finden.
 
Brot begleitet die wichtigsten Augenblicke im Leben eines Litauers
 
Brot ist hier zwar aus dem Alltag nicht wegzudenken, dennoch gilt es auch als Festtagsspeise.  Bis heute wird in den häuslichen Öfen Brot für die Hochzeitsfeier gebacken. Wenn man ein neues Domizil bezieht, wird einem Schwarzbrot überreicht, damit es daran nie im Leben fehlt. Und mit unserem unvergleichlich schmackhaften Brot werden natürlich auch unsere Gäste bewirtet. Aus feinem Leinen ausgebreitet wird es dem Gast mit einem Segensspruch überreicht.
Den Litauern ist ihr Brot kostbar, ja geradezu heilig. Von klein auf lernt man, ein auf den Boden gefallenes Stück Brot nicht nur schnell aufzuheben, sondern auch zu küssen – man muss es doch um Verzeihung bitten! Entsprechend ist das Wegwerfen von Brot ein Tabu. Sobald es hart geworden ist, wird es an Tiere oder in kleinen Bröckchen an Vögel verfüttert.
 
Backen Sie Ihr litauisches Brot selbst
 
Wenn Sie das Rezept für das wunderbare litauische Brot erfahren möchten, schlagen wir ihnen vor, uns zu besuchen und es einfach selbst zu backen. Sie werden bei der Gelegenheit etwas über den gesamten Herstellungsprozess des Brotes vom Getreidekorn bis zum Teigmischen und Schieben in den Ofen erfahren. Sie werden lernen, die Getreidesorten zu unterscheiden, unterschiedliche Traditionen und Bräuche kennenlernen und die Geräte unserer Vorväter besichtigen können, mit denen gemahlen, geschnitten und  gedroschen wurde. Wenn Sie genug gehört haben, dann krempeln Sie die Ärmel auf, binden sich die Schürze um - und schon formen Sie selbst ein paar Leiber.
 
 
 
Natürlich ist es auch gestattet, dem aufwändigen und zeitraubenden Herstellungsprozess als Außenstehender beizuwohnen. Dann erleben Sie, wie die Hausfrau zunächst den Ofen 2 bis 2 1/5 Stunden vorheizt, zu dem Zweck zwei Arme voll Holzscheite herbeiträgt und dann mit einem Besen aus Kiefernreisig die Glut heraus fegt. Sodann wird sie aus dem über mehrere Stunden ruhenden Teig kleine Leiber formen und mit dem Backschieber in den ofen „schießt“. Das fertig gebackene Brot wird sorgfältig gewaschen und die Kruste mit ausgelassenem Speck, Öl oder geschlagenem Ei bestrichen.
 
Käsepressen ist nicht schwer und der Geschmack ist sagenhaft
 
Zum frisch gebackenen Brot ist frisch gepresster Köse die ideale Dreingabe. Litauen rühmt sich von alters her seiner Milchprodukte und der litauische Weißkäse ist ein besonderes Schmankerl, denn ihn werden Sie nirgendwo anders erhalten. Er wird aus gesäuerter Milch hergestellt, die erhitzt, der abgeschöpft, in dreieckige Käsesäckchen gefüllt und mit einer speziellen Käsepresse ausgepresst wird. Einige Litauerinnen versetzen ihren Käse mit Kümmel oder Mohn, auf jeden Fall wird er nachträglich gesalzen. Man kombiniert den Weißkäse nicht nur mit Brot, sondern auch mit Honig  oder Beerenkompott. Was nicht aufgegessen wird, wird getrocknet und wird zum Leckerbissen für zwischendurch.
Frischen oder getrockneten Weißkäse, einen Topf Honig, hausgebackenes Brot oder Beerenkompott erhalten Sie auf unseren Märkten. Kosten können Sie all dies bei den gastfreundlichen Menschen in unseren Dörfern.
 
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