DIE KATHEDRALE VON VILNIUS GEHÖRT ZU DEN SCHÖNSTEN DIESER ERDE
 
Zu den 100 schönsten Kathedralen dieser Erde zählt man auch die Kathedrale von Vilnius. Sie ist ein Meisterwerk des Klassizismus. Im Laufe ihrer an Ereignissen nicht armen Geschichte wurde sie manches Mal zerstört und in Flammen gesetzt, doch bis heute steht sie erhaben im Herzen der Stadt am Fuß des Gediminas-Bergs. Wichtiges Heiligtum der Katholiken im Land, ist sie Stätte bedeutender christlicher und nationaler Feiern.
 
Geschichte
 
Wir hüten unsere Kathedrale und sind sehr stolz auf sie. Gehört sie doch zum bedeutsamsten Teil unseres geschichtlichen Erbes und birgt so manches Geheimnis.
Die ganze Geschichte dieses prächtigen Bauwerks lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Älteren Handschriften zufolge befand sich an genau dieser Stelle einstmals eine heidnische Stätte, an der ein heiliges Feuer zu Ehren des Donnergottes Perkūnas brannte. Bereits im 13. Jh. stand hier schon das von dem litauische König Mindaugas erbaute Heiligtum.
Eindeutig überliefert ist, dass die Kathedrale wegen der vielen Feuersbrunsten und Kriege, von denen Vilnius heimgesucht wurde, und auch wegen des instabilen Untergrunds manches Mal umgebaut werden musste. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie zum Ende des 18. Jh. durch Laurynas Gucevičius, einem auch über die Landesgrenzen hinaus bekannten litauische Architekten des Klassizismus. Ihm sind ebenfalls das Vilniusser Rathaus, die Schlossanlage Verkiai und die Kirche in Sudervė zuzuschreiben. Zu den charakteristischen Merkmalen der Klassizismus zählt die Rückkehr zu den Grundsätzen den Antike: Schlichtheit, Strenge, logische Klarheit, Harmonie und Monumentalität.
Während der Sowjetherrschaft wurde die Kathedrale geschlossen und geplündert, die Heiligenskulpturen auf dem Dach abmontiert und gesprengt,
Bis die Kathedrale schließlich wieder an die Gläubige zurückgegeben werden konnte, beherbergte sie eine Gemäldegalerie und kurze Zeit diente sie sogar als Kfz-Reparaturwerkstatt.
 
Ein erhabenes Bauwerk, das verschiedenste Stile in sich vereinigt
 
Das Kircheninnere ist reich an spektakulären Wandmalereien, wertvollen Gemälden, Skulpturen und Grabplatten. In der Kathedrale befindet sich eines der herausragenden Bespiele des Frühbarock: die reich ausgeschmückte Kapelle des Hl. Kasimir, in der sich auch der Sarkophag mit den Gebeinen des Heiligen befindet. In einer Gruft der Kapelle  können Sie die älteste Wandmalerei Litauens besichtigen. Die Kreuzigungsszene stammt aus dem 14. Jh.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
In den Krypten haben die bedeutsamsten Adligen des litauischen Großfürstentums ihre letzte Ruhestätte gefunden.
 
In den Krypten befinden sich die Grabmäler bekannter Persönlichkeiten des Großfürstentums Litauen: Adlige, Bischöfe und Fürsten. Auch der bedeutsamste Herrscher Litauens, Vytautas der Große und seine Frau Ona haben hier ihre letzte Ruhestäte gefunden und im königlichen Mausoleum unter der Kasimier-Kapelle ruht der litauische Großfürst und polnische König Alexander der Jagellone. Zu nennen wären des Weiteren als Gattinnen von Sigismund zwei Königinnen: Elžbieta Habsburgaitė (Elisabeth von Habsburg) und Barbora Radvilaitė (Barbara Radziviłł). Um letzere spinnt sich  manche Legende und im 16. Jh. galt sie sogar als schönste Frau ganz Europas.
 
Der bedeutsamste Platz Litauens
 
Der Platz neben der Kathedrale ist der wichtigste Platz des Landes und stellt zugleich das historische Stadtzentrum dar. Hier befanden sich einstmals die Wehrmauer sowie Türme und Gebäude des Bischofspalastes. Heute werden auf dem Platz der Kathedrale Konzert dargeboten oder militärische Paraden vorgeführt. Auch das Gediminas-Denkmal steht auf diesem Platz, der eigentlich nie menschenleer ist. Radfahrer und Skateboarder trifft man hier ebenso wie Paare oder gemütlich durch die Altstadt schlendernde Passanten an.
 
Der Glockenturn – ältestes Bauwerk mit Wehrfunktion
 
Gegenüber der Kathedrale steht der 57m hohe Glockenturm. Er ist das am besten erhaltene Bauwerk der Wehrmauer um die alte Burg und enthält 10 Kupferglocken, die zwischen dem 16. und dem 18. Jh. von deutschen und holländischen Meistern gegossen wurden. Zu Beginn des 19. Jh. wurde er um eine Uhr ergänzt, deren auffälligstes Merkmal ist, dass der Minutenzeiger fehlt. Heute ertönen die Glocken alle 15 Minuten, bei Unglücksfällen oder zum Einläuten von Feiertagen.
Neben dem Glockenturm gibt es eine außergewöhnliche Fliese. Es ist eine Wunderfliese. Die Vilnieter behaupten, dass sie einen Wunsch erfüllt, wenn man auf sie steigt und sich dann drei Mal um die eigene Achse dreht. Wenn Sie ein geheimer und brennender Wunsch plagt, dann sollten auch Sie auf die Fliese steigen.
Das also ist unsere Kathedrale – ein erhabenes Bauwerk im Mittelpunkt des Stadtgetümmels, ein Anziehungspunkt für unsere Gäste und stille Hüterin unserer litauischen Geschichte. Sie hat Ihnen gefallen? Stellen Sie sich auf die Wunderfliese und wünschen Sie sich, hierher zurückkehren zu dürfen.
 
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