DIE KIRCHE ST. PETER UND PAUL UND IHRE BERÜHMTEN STUCKARBEITEN
 
Die Kirche der Heiligen Apostel Peter und Paul gilt als Perle des späten Barock. Beim Betreten fühlt man sich in eine Welt voll geheimnisvoller Symbolik, barocker Lebensanschauung und Philosophie versetzt. Auch wenn es eine Fülle verschiedenster Details gibt, so sind sie doch alle einem gemeinsamen Plan unterworfen, welcher das Geheimnis und die Geschichte der Kirche kodiert.
 
Im Kircheninneren –echte Wunder
 
Ihren Ruhm hat die Kirche vor allem der Ausschmückung der Inneneinrichtung zu verdanken.  Sie enthält um die 2.000 Stuckplastiken, expressive Wandmalereien und Gemälde, eindrucksvolle Reliefs und prunkvolle liturgische Gegenstände. Des Weiteren gibt es 13 Kapellen, ein Marmortaufbecken, eine vergoldete Kanzel im Rokoko-Stil vom Anfang des 19. Jh. und einen Lüster in Form eines Schiffes. Wallfahrer verehren insbesondere das Marienbild sowie ein Gemälde, das an die Pest in Vilnius erinnert. Beide halten sie für große Wunder.
 
Die Geschichte der schönen Kirche
 
Zu Beginn des 16. Jh. stand dort, wo sich heute St.
Peter und Paul erhebt, eine hölzerne Kirche, die zum Ende desselben Jahrhunderts im Krieg mit Moskau zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde als Mausoleum zu Ehren der im Großfürstentum Litauen allseits respektierten Familie Pacas zu Begin des 17. Jh. erbaut. Ihr äußeres Erscheinungsbild  erhielt sie 1676 durch den polnischen Architekten Jonas Zaoras und die Stuckarbeiten und Wandmalereien stammen von der Hand berühmter damaliger italienischer Meister. Die Kirche St. Peter und Paul ist eine der wenigen Kirchen Vilnius, die während der sowjetischen Besatzung nicht geschlossen wurde. Damals wurden auch die Gebeine des Hl. Kasimir, des Schutzpatrons der Stadt, aus der Kathedrale hierher überführt.
 
 
 
 
In der Kirche verewigter Stifter
 
In der barocken Kirche wollte sich auch ihr Stifter Mykolas Kazimieras Pacas verewigen lassen und er wies an, dass man ihn unter der Eingangsschwelle begraben solle. Die zunächst an gleicher Stelle angebrachte Grabplatte wurde im 17. an der Kirchenwand befestigt. Über dem Eingang prangt das Familienwappen der Pacas. Gegenüber der Kirche befindet sich ein Platz, der nach Papst Johannes Paul II benannt wurde und an seinen Litauenbesuch erinnert.
Vereinzelte Spuren italienischen Baustils
 
Spuren des italienischen Baustils kann man auch an anderen, nicht weit von dieser Kirche befindlichen Gebäuden erblicken. Die Gegend ist geprägt von Villen und Sommerhäusern des mittleren und des Hochadels, Priestern und wohlhabender Städter. Die auffälligsten Herrenhäuser sind im Stil des italienischen Manierismus, mit den für diesen typischen Zügen der Renaissance und des Barock erbaut.
 
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