GASTFREUNDLICHES ŽEMAITIEN
 
Das in Hügel und Wälder eingebettete Žemaitien liegt dort, wo die Ostseewellen rauschen, wo ausgelassene gefeiert und reich getafelt wird, wo die Menschen nie um eine freundliche Worte verlegen sind und ein ungewöhnlich schöner Dialekt unserer litauischen Sprache gesprochen wird.
 
Was Žemaitien für Litauen bedeutet
 
Litauen ist aufgrund seiner Geschichte und Kultur für das übrige Litauen von großer Bedeutung. Im žemaitischen Dialekt wurden das erste litauische Buch und die erste litauische Grammatik geschrieben. Hier entstanden die ersten litauischen Gedichte, wurde die Bibel erstmalig ins Litauische übersetzt, entstand mit der literarischen Schöpfung „Die Jahreszeiten („Metai“) von Kristijonas Donelaitis das erste litauische Werk von Weltrang.
 
Die Žemaitier haben um die Erhaltung ihres Landes erbittert gekämpft. Die größte Schlacht fand im Jahr 1410 bei Žalgiris statt und besiegelte das Ende der Kämpfe zwischen Žemaitien und den Kreuzrittern.
Ein Teil diese Region, die Region Klaipėda (Klaipėdos kraštas, dt. Memelland) war sogar einige Zeit von Žemaitien getrennt, ihre regionalen Besonderheiten haben die Žemaitier jedoch immer bewahren können.
 
Über die Region
 
Žemaitien ist eine ethnische Region im Nordwesten Litauens, die Hauptstadt ist Telšiai. In allen historischen Zeitabschnitten unterschied sich die Lebensweise der Žemaitier wesentlich von der der übrigen Litauer und auch heute noch ist hier der stärkste Ausdruck ethnischer Identität zu finden. Hier wird ein spezifischer Dialekt gesprochen, den manche sogar für eine eigenständige Sprache halten. Für die restlichen Litauer ist es nicht einfach, sich mit einem Žemaitier zu unterhalten oder ihn zu verstehen.
 
 
 
 
Die Hauptstadt, die Parks und eine Raketenbasis
 
Telšiai ist die auf sieben Hügeln errichtete Hauptstadt der ethnischen Region und ihre Altstadt gilt als Urbanistik-Denkmal. Auf dem höchsten der Hügel steht eine im Stil des Spätbarock-Klassizismus erbaute Kirche aus dem 18. Jh.  1926 wurde sie zur Kathedrale von Telšiai ernannt. Auch die in einem Militärmuseumunter freiem Himmel präsentierte, verborgene Raketenbasis der Sowjetunion für Raketen mit thermonuklearen Sprengköpfen ist einen Besuch wert. Die schönsten landschaftlichen Eindrücke erhalten Sie im Umland von Telšiai – im Nationalpark Žemaitien sowie den Regionalparks Variai und Venta.
 
Die Gerichte Žemaitiens sind eine Sünde wert
 
Bei einem Besuch dieses Landstrichs sollten Sie unbedingt dir typischen Speisen und Getränke probieren. Dazu gehören Minztee, Apfelkwass, gedämpfter Kohl mit Schweinehaxen, vėdarai (gefüllter Schweinedarm), Kartoffelpuffer, kastinys (eine Art pikante Kräuterbutter) sowie rasalynė und Zweibelsuppe. Alles unbeschreiblich lecker und vor allem nirgendwo sonst auf der Welt zu bekommen.
 
Dickschädelig und zuverlässig
 
Die Žemaitier sind echte Dickschädel und sehr traditionsbewusst. Allerdings haben sie diesen Eigenschaften, die sich noch dazu mit ihrer Zuverlässigkeit paaren, vieles zu verdanken. Von alters her rühmt sich Žemaitien seiner Handwerkszünfte und vor allem die Töpferei ist hier sehr populär. Die žemaitischen Töpfe sind in ganz Litauen unübertroffen.
Auch Feiern können die Žemaitier. Besonders ihr Fasching ist prachtvoll und bunt. Dann kleiden sie sich in allerlei Kostüme, suchen mit Masken von Unholden und Tieren ihre Nachbarn auf, sagen aus dem Wetter die Ernte vorher und verbrennen am Abend die Morė, die die Mühsal des Winters symbolisiert. Vor allem aber wird gemeinsam viel gegessen – hauptsächlich Pfannkuchen – damit es im kommenden Jahr an Speisen nicht mangelt.
 
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