DIE PARNIDIS-DÜNE – EIN ORT DEN MAN GESEHEN HABEN MUSS
 
Eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten in Litauen ist die Parnidis-Düne (dt. auch Parniddener Düne), die sogar Einzug in Patricia Schultz' Buch: „1000 Plätze die man gesehen haben muss“ Einzug erhalten hat. Ja, dies ist ein wirklich einmaliger und beeindruckender Ort. Von der Parnidis-Düne aus können Sie dem Lauf der Sonne folgen, wie sie morgens aus dem Wasser emporsteigt und im Abend wieder im Meer versinkt.
 
Eine Düne, die alles sieht
 
Die von den Nordwinden herbei gewehte Sanddüne erhebt sich 52m über dem Meeresspiegel. Ein auf ihrer Spitze eingerichtete Aussichtsplatz eröffnet einen Panoramablick auf das Städtchen Nida samt Umgebung: den alte Leuchtturm, der schon seit über 130 Jahren den Fischern des Haffs und des Meeres den Weg weist, die breiteste Stelle der Kurischen Nehrung, den Bulwikschen Haken (Bulvikio ragas), die Silhouetten der mit roten Ziegeln gedeckten Häuschen in Nida und das ruhig daliegende Kurische Haff. Bei gutem Wetter können Sie sogar das auf der anderen Seite des Haffs liegende Ventės ragas erblicken. Bei dichtem Nebel versinkt alles umher hinter einem geheimnisvollen Schleier.
 
 
Die Herkunft des Namens
 
Interessant ist die Erklärung für die Herkunft des Namens. Die hiesigen Bewohner glauben, dass er von „über Nida gekommen“ („perėjusi per Nidą“) abzuleiten ist, da die Düne tatsächlich mehrere Male auch über Nida hinweg „hinwegging“.
Die Düne reagiert sehr sensibel auf Besucher. Wisenschaftlichen Berechnungen zufolge setzt jeder Mensch, der die steile Treppe zur Düne hinauf oder hinabsteigt, mehrere Tonnen Sand in Bewegung. Man darf daher die Düne daher nur auf eigens dafür eingerichteten Pfaden betreten.
 
Ein idealer Ort für eine Sonnenuhr
 
Wer die Kurische Nehrung besucht und sich ihrer Ruhe überlässt, der vergisst auch die Zeit. Sollten Sie dennoch unbedingt erfahren müssen, wie spät es gerade ist, dann hilft Ihnen ein Blick auf die granitene Sonnenuhr auf der Parnidis-Düne. Sie weiß jederzeit die genaue Stunde.
Sie besteht aus einer 13,8m hohen und 36t schweren Steinsäule, in die Kerben für die halben und ganzen Stunden, für jeden Monat, sowie für vier weitere für Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen eingemeisselt sind. Das Aussehen der Sonnenuhr hat die Natur selbst diktiert, kein Künstler hat hier seine Ideen einfließen lassen. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie feststellen, dass die Stufengeometrie an die Sandschichten von windverwehten Altdünen erinnert.
Nach astronomischen Gesichtspunkten ist die Parnidis-Düne der ideale und in Litauen sogar einzig geeignete Ort für eine Sonnenuhr.
 
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