NUR IN KERNAVĖ GIBT ES FÜNF BURGHÜGEL DIREKT NEBENEINANDER
 
Kernavė war die erste Hauptstadt Litauen und ist eigentlich ein recht kleines Erdenfleckchen. Nichts desto weniger ist diese Flecken auf der ganzen Welt berühmt für seine fünf Burghügel. Und sollten eine Tages alle hier versammelten Hügel und Flüsse, alle Steine und Bäume zu sprechen beginnen, dann könnten sie viele Geheimnis der litauischen Geschichte preisgeben.  Auch der Anblick ist einzigartig, wie man ihn im ganzen Baltikum kein zweites Mal erleben wird. Der Ort ist nicht nur attraktiv für romantisch veranlagte, die immer auf der Suche nach den schönsten Ecken der Welt sind, sondern auch für Archäologen, denn hier befinden sich altertümliche Siedlungen, Spuren mittelalterlicher Städte und Friedhöfe der litauischen Vorväter. Diesem von der UNESCO in der Liste des Weltkulturerbes aufgenommenen Ort sollten auch Sie unbedingt einen Besuch abstatten.
 
Das Troja von Litauen
 
Das Umland von Kernavė war schon im 9.-7. Jh. v.Chr. besiedelt und im 13. Jh. war die Stadt selbst bereits eines der bedeutsamsten wirtschaftlichen, politischen und strategischen Zentren Litauens. Genau an diesem Ort beginnt auch die Geschichte des litauischen Staates.
 
Die bis dahin blühende Stadt wurde zum Ende des 14. Jh. von den Ordensrittern in Flammen gesetzt. Daher wird Kernavė auch das litauische Troja genannt. Nach dem verheerenden Brand gab es keine Versuche, die aus Holz errichtet Stadt und die Burg wieder aufzubauen. Man ließ die ehemalige Siedlung stattdessen als unberührte Hinterlassenschaft der kulturgeschichtlichen Entwicklung stehen, damit sie Zeugnis vom Leben und den Sitten ihrer damaligen Bewohnern abgeben kann. Sie können sie ausführlicher im Geschichts- und Archäologie-Museum von Kernavė kennenlernen.
 
Die Überreste des alten Kernavė wurden aufgrund der tiefen  Verwobenheit mit der Geschichte des Landes zum staatlichen Kulturreservat Kernavė erklärt.
 
Die Burghügel von Kernavė
 
Gleich fünf Burghügel erheben sich um Kernavė. Sie alle sind - Überbleibsel der Eiszeit und zugleich auch ein Werk der Menschen - von vielen Geschichten und Legenden umwoben.
 
 

 
Jeder der Hügel hat seinen Namen und seine eigene Entstehungsgeschichte. Der Lizdeika-Hügel wurde nach dem einstmals dort lebenden Seher Lizdeika benannt,  der zusammen mit den vaidiluten für das Schüren des Feuers auf dem Opferhügel zuständig war. Von seinem Hügel aus gab der den Menschen Unterweisungen und deutete ihre Träume. Der Abhang, der sich vom Hügel bis zur Sohle des Burghügels erstreckt,  erhielt seinen Namen nach der schönsten der vaidiluten um Lizdeika - Pajauta-Tal. Die anderen Namen werden an dieser Stelle nicht verraten, denn die sollen Sie bei Ihrem Besuch in Kernavė erfahren.
 
Wertvolle Kunstgegenstände in der Kirche von Kernavė
 
Neben den Burghügeln kann sich Kernavė seiner Kirche Heilige Jungfrau Maria mit dem Skapulier rühmen. In ihr befinden sich besonders wertvolle Gemälde, Skulpturen und die alte Glocke. Auch eine kleine Kapelle aus Holz ist noch erhalten, in der heute ein Reliquienmuseum tätig ist. Die mächtige Skulptur gegenüber der Kirche soll Moses darstellen.
 
Tage der lebendigen Archäologie in Kernavė
 
Einmal im Jahr verwandelt sich Kernavė in eine lebendige Stadt des Mittelalters und zieht tausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Wenn Sie auf diese Menge treffen, wissen Sie, dass gerade die „Tage der lebendigen Archäologie in Kernavė“ stattfinden. Sie sind eine anschauliche Lehrveranstaltung für jung und alt. Während dieser Veranstaltung berichten in altertümliche Kleidung und Tierfelle gewandete, bärtige Bewohner der alten Hauptstadt vom Leben der Menschen in der Steinzeit und der Bronzezeit, womit sie sich beschäftigten, was sie aßen und wie sie sich schmückten. Sie können auch selbst die Geschichte durchlaufen, indem Sie zuschauen, wie ein Feuerstein, Werkzeug aus Knochen und Eisen angefertigt, mit dem Bogen geschossen und in herkömmlicher Weise Feuer entzündet wird oder wie man in jenen Zeiten speiste.
 
Auch Ritterturniere finden anlässlich dieser Tage statt, zu denen sich  Musikanten, Händler und Vagabunden gesellen, Verbrechern wird das Gericht gemacht und der Henker muss daraufhin seine Arbeit verrichten.
 
All dies allein mit Worten zu beschrieben ist schwer – Sie müssen es selbst erleben. Sie sind daher herzlich eingeladen, die Burghügel, das Fest, die Ruhe sowie den Trubel der Stadt – Kernavė - zu besuchen.
 
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