Andrius Aleksandravičius

Das katholische Litauen – Spirituelle Erlebnisse & einzigartige Wallfahrtsorte

Litauen wurde zum Christentum erst im Jahr 1387 bekehrt und war somit das letzte heidnische Land Europas. Heute bekennen sich allerdings rund 70 % der Litauer zum römisch-katholischen Glauben und es gibt landesweit zahlreiche heilige Stätte und Wallfahrtsorte, die Sie besuchen können.

Zum Beispiel Šiluva, ein Örtchen in dem, so wird vermutet, die Heilige Jungfrau Maria im Jahr 1608 zum ersten Mal in Europa erschien. Auch können Sie das weltberühmte „Gnadenbild des Barmherzigen Jesus“ in Vilnius besuchen und mehr über die Ursprünge des Originalgemäldes erfahren. Oder aber Sie erkunden unsere barocken Klöster und wundertätigen Marienbildnisse.

Auf einer Reise durch das katholische Litauen können Sie beeindruckende Architektur bewundern, die komplexe, litauische Geschichte kennenlernen und lebendige Pilgertraditionen erleben. Die heiligen Orte befinden sich oft in den schönsten landschaftlichen Ecken des Landes – dort können Sie Ihren inneren Frieden finden.

Vilnius – Stadt der Barmherzigkeit

Die polnische Ordensschwester Faustyna Kowalska trat hier 1933 in den Konvent der Barmherzigen Muttergottes in Antakalnis ein. Innerhalb von mehreren Jahren erlebte sie zahlreiche Offenbarungen Jesu in Vilnius, in denen er sie bat, die Botschaft der Barmherzigkeit Gottes in die ganze Welt zu tragen. Obwohl Faustyna auch davor Offenbarungen erlebt hatte, begann sie erst in Vilnius mit ihrem geistlichen Begleiter, dem Priester Michał Sopoćko, darüber zu sprechen. Dank zahlreicher Anstrengungen des Priesters wurden die Visionen der Ordensschwester verbildlicht und durch den Vilniusser Maler Eugeniusz Kazimirowski umgesetzt. Er schuf das „Gnadenbild vom Barmherzigen Jesus“, das heute weltberühmt ist. Auch wenn das Gemälde durch die historischen Ereignisse während der sowjetischen Besatzung jahrzehntelang in Vergessenheit geraten war, hat sich die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit in Form zahlreicher Kopien in vielen Ländern Europas verbreitet.

Marienerscheinungsort Šiluva

Fragen Sie Litauer nach Šiluva, so würde jeder das Örtchen als einen der bedeutendsten litauischen Wallfahrtsorte bezeichnen. Wussten Sie aber, dass hier die Heilige Jungfrau Maria zum ersten Mal in Europa erschien?

Berg der Kreuze

Im Laufe der Jahre oftmals wieder zerstört und in Brand gesetzt, doch immer wieder auferstanden: der Berg der Kreuze. Bis heute ist uns erhalten geblieben und zum Symbol unserer Freiheit, des Glaubens und der Hoffnung geworden. Nicht nur Pilger, sondern auch Touristen aus aller Welt besuchen die beliebte Sehenswürdigkeit in der Nähe der Stadt Šiauliai. Im Jahr 1993 betete hier Papst Johannes Paul II., der den Ort später in seinen Reden mehrmals erwähnte und Litauen ein Kruzifix stiftete. Das Kreuz ist Ausgangs- und Endpunkt für die Pilgerprozessionen.

Das Reisemagazin „Condé Nast Traveler“ hat den Hügel aus Tausenden von hölzernen Kreuzen in die Liste der „20 gruseligsten Orte auf der ganzen Welt“ aufgenommen. Auch wenn die Autoren dieser Liste wahrscheinlich lieber keine Nacht auf dem Berg verbringen würden, so ist er für uns jedoch ein Ort des Lichts und der Hoffnung. Ein Ort der auf unsere lange historische und kulturelle Tradition hinweist und uns Kraft schenkt.  Eine besondere Tradition ist auch das Ablassfest, das jährlich am letzten Sonntag des Monats Juli stattfindet und Ströme von Pilgern anzieht.

Basilika von Trakai

Trakai ist die historische Hauptstadt Litauens, gelegen in einer wunderschönen Landschaft, das gleichzeitig den ehemaligen Hauptsitz des litauischen Großfürsten Vytautas des Großen beherbergt. Historisch bedeutsam ist aber nicht nur die Inselburg Trakai, sondern auch die im 15. Jahrhundert mit gotischen und barocken Stilelementen erbaute „Basilika Mariä Heimsuchung“ (lt. Trakų Švč. Mergelės Marijos Apsilankymo bazilika). Nie verschlossen und nur für religiöse Zwecken genutzt, ist sie seit vielen Jahrhunderten, das geistliches Zentrum Trakais.

Berühmt ist die Basilika auch für das über 600 Jahre alte „Gnadenbild der Gottesmutter“ mit bereits 400 Votivgaben als Dankeszeichen für die göttlichen Gnaden, die Gläubige durch Gebete seit mehreren hundert Jahren erhalten haben. Vor 300 Jahren erhielt das Bild, die päpstlichen Kronen und wurde so, das erste offiziell gekrönte Bild Litauens. Anlässlich einer Taufe wurde das Gemälde als Geschenk vom byzantinischen Kaiser an Vytautas den Großen überreicht und erhielt seinen Platz in Trakai. Im Laufe der Jahre wurde das Gemälde übermalt und verändert, jedoch von der lokalen Bevölkerung immer verehrt – nicht nur von katholischen Christen, sondern auch von orthodoxen und muslimischen Gemeinden in Trakai. Die Basilika ist heute immer noch ein Anziehungspunkt für Gläubige aus Litauen und aller Welt. Ein besonderes Fest ist der alljährliche Ablass am 15. August und am 8. September mit einem 30 km langen Pilgermarsch, der vom Tor der Morgenröte in Vilnius bis zur Basilika nach Trakai führt.

Klöster

Die Geschichte der litauischen Klöster ist vielfältig: In einigen spiegelt sich nur noch die Vergangenheit wider, wobei Lebenszeichen der Geistlichchen, in Form von beeindruckenden Bauwerken und Schriften erkennbar wird. In den anderen finden Sie immer noch Ordensbrüder und -schwestern, die hinter historischen Mauern, auch weiterhin ihre Zeit dem Gebet widmen, Pilger empfangen oder mit den hiesigen Gemeinden zusammenarbeiten. Wir laden Sie ein, diese vielfältige Geschichte zu erforschen, die herrliche Landschaft zu genießen und die Ruhe unserer Klöster zu spüren.