A. Aleksandravičius

Dzūkija

Im Südosten Litauens, zwischen Wäldern und Sümpfen, sandigen Hügeln und in den Wäldern versteckten Seen leben die Menschen der Region Dzūkija, die auf ihre alten Traditionen stolz sein können, besonders auf die Bräuche einer harmonischen Nachbarschaft, die Liebe zur Umwelt und allem, was lebt sowie auf ihre Pilze und Beeren. In den Wäldern gibt es authentische Dörfer. Sie bieten eine wunderbare Möglichkeit, um ein Jahrhundert in die Vergangenheit zu reisen, die Kraft des Waldes zu spüren und in das ruhige, langsame Leben in der Natur einzutauchen.

Dzūkija. Menschen und Kultur

Den dzūkischen Dialekt kann man sofort erkennen. Selbst wer kein Litauisch versteht, wird den ständig wiederkehrenden Laut „dz“ ohne große Probleme bemerken. „Gäbe es keine Pilze und Beeren, wären die Frauen der Dzūken nackt“, so lautet in Litauen ein Sprichwort über die Einwohner der Dzūkija. Und diese ärgern sich darüber keineswegs, denn es stimmt doch: Die in den dichten Wäldern wachsenden Pilze, die auf sonnigen Flächen reifenden Beeren und der von den Bienen herbeigeschaffte Honig bedeuten für viele von ihnen täglich Brot, Geschäft und Leben. Genauso verhält es sich auch mit der Gastfreundschaft, Bewirtungskunst und dem Wunsch alles zu zeigen, was diese Region vom Besten zu bieten hat: Natur, authentische Handwerke und klangvolle Lieder. Wenn Sie wissen möchten, wie die Menschen im Schutze der Natur vor mehr als hundert Jahren gelebt haben, dann kommen Sie in die Dzūkija.

Dzūkija. Speisen

Wenn es eines gibt, was die Dzūken können, dann die Schätze der Natur auf den Tisch zu bringen. Und es kann sehr wohl sein, dass Sie etwas serviert bekommen, was Sie sonst nicht essen würden. Zum Beispiel Pilzkäse! Lehnen Sie nicht ab. Die Dzūken wissen wirklich, wie man Pilze zubereitet, und niemand hat es auf Ihre Gesundheit abgesehen. Sie machen daraus Suppe, schmoren sie, füllen damit kleine Küchlein, Teigtaschen und bereiten sie auf den Winter vor – dazu werden sie getrocknet, gesalzen, sauer eingelegt und mariniert. Probieren Sie in der Dzūkija unbedingt eine „Banda“. Halten Sie nach einem Ort Ausschau, wo man Ihnen einen aus Kartoffeln oder Buchweizen auf einem Kohlblatt gebackenen Fladen direkt aus einem mit Holz befeuerten Ofen zieht. Wenn es Ihnen schmeckt, bestellen Sie zum Waldkräutertee eine „Babka“ aus Buchweizen – einen mit Honig gesüßten Kuchen.

Dzūkija. Aktivitäten

Mitunter sind die Einwohner von Vilnius selbst erstaunt, wenn man sie als Dzūken bezeichnet. Tatsächlich liegen Vilnius, wie auch die unweit befindliche, für ihre Seen, karäische und tatarische Gerichte sowie die schöne Burg berühmte alte litauische Hauptstadt Trakai auf der Landkarte in der Region Dzūkija. Für eine Reise durch die Dzūkija reichen ein paar Tage nicht aus: Lassen Sie sich Zeit für das barockartige Vilnius, genießen Sie die Gemütlichkeit von Trakai und reisen Sie erst dann weiter in Richtung Alytus und Merkinė. Sie werden die verträumten Mineralwasserkurorte Druskininkai und Birštonas erreichen, die für ihre Mineralwasserquellen und den erfrischenden Duft der Kiefern in der Luft berühmt sind. Wenn Sie selbst Ihre Knochen bewegen und den Kopf erholen möchten, halten Sie Ausschau nach einem Boots- und Kanuverleih. Eine Tour auf dem strömischen Fluss Ūla kann zum größtem Abenteuer Ihrer Reise werden. Und probieren Sie aus, was es heißt, an einem heißen Sommertag im Wald ein Körbchen Heidelbeeren zu sammeln oder die im Schatten einer Eiche gewachsenen Steinpilze mit ihren braunen Hüten zu zählen. Wenn Sie es sich trauen, können Sie in den Bruchwald gehen – in das Čepkeliai-Naturschutzgebiet. Es ist eines der größtem Sumpfmassive in Westeuropa. Die Fotos werden beeindrucken – das versprechen wir Ihnen!