A. Aleksandravičius

Altes Handwerk

Alles auf dieser Welt befindet sich im Wandel, aber wie schön, dass dies auf einige Dinge nicht zutrifft. Es sind wunderbare Menschen, die über Jahrhunderte die Geheimnisse des Familienhandwerks bewahrt haben. Sie töpfern Keramiktöpfe genau wie ihre Vorfahren vor einigen Jahrhunderten und brennen Sie im Ofen mit echtem Feuer genau wie ihre Großeltern. In den Dörfern Litauens stößt man noch auf Webstühle, mit denen unsere Urgroßmütter ihre Brautausstattung webten. Heute haben die altertümlichen Webmuster der Balten neuen Sinn und neues Leben erfahren. Genauso hängen die Menschen von heute in ihren Häusern nach alter Tradition geschnitzte Holzkreuze auf, stellen Figuren des Christus in der Rast auf und kochen auf einem modernen Küchenherd Marmelade mit einem Holzlöffel. Die Schmiedekunst war in Litauen immer etwas Besonderes. Die Handwerker der Gegenwart, die sich ihren Respekt verdient haben, verzieren mit talentierten Händen Umgebung und Häuser. All diese Dinge kann man auf in Litauen besonders beliebten Messen der volkstümlichen Handwerke sehen, und zum Erlernen dieser Fertigkeiten gibt es Bildungsprogramme, die von Museen und den Handwerkern selbst veranstaltet werden. 

Töpfern Sie einen Topf

Was für eine Freude, eine Schüssel in die Hand zu nehmen, die noch vor gar nicht so langer Zeit ein Stück Ton war! Oder duftenden Tee aus einer Tasse zu trinken, die man selbst gemacht hat. Das Tonkneten vergleichen Erwachsene mit Meditation, und für Kinder ist dies eine hervorragende Möglichkeit, etwas über die Geschichte der litauischen Handwerker zu erfahren. Merkinė in der Region Dzūkija ist seit alters für seine Meister der Schwarzkeramik berühmt. Talentierte Handwerker gibt es auch in Kernavė. Hier wird man Ihnen bestimmt nicht nur die Geschichte eines einzelnen Topfes, sondern die Geschichte der gesamten Keramik erzählen und Ihnen beibringen, wie man Töpfe herstellt. 

Weben Sie ein Handtuch

Das Programm ist für jene konzipiert, die glauben, dass Handtücher in Geschäften verkauft werden. Die Teilnehmer des Bildungsprogramms nehmen Einblick in die Kunst des Webens, die Motive litauischer Webmuster, die Art und Weise des Webens und die Stoffe. Am Interessantesten ist es natürlich, selbst auszuprobieren, was es heißt zu weben.

Wollfilzen

„Warm wie ein Schaf“… Es ist eine interessante Tätigkeit für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Hier werden wichtige Dinge über Schafe erklärt: Was wird ihnen abgeschnitten und was wird aus dieser Wolle gemacht. Eine kleine Brosche, eine Halskette, ein Saunahut oder Filz – erlernen auch Sie ein neues Handwerk. Vielleicht wird es Ihnen ja gefallen? Die Filzmeister haben es schließlich auch irgendwann zum ersten Mal gemacht.

Flechten Sie einen Korb

Der erste Korb wird vielleicht nicht ganz perfekt sein, aber es lohnt sich trotzdem, das Korbflechten auszuprobieren, mit dem sich unsere Vorfahren die langen Winterabende verkürzten. Beim Bearbeiten der Weidenruten wird man Ihnen erzählen, welche Stoffe zum Flechten seit alters verwendet werden, wie man die Ruten auf das Flechten vorbereitet und welche Gegenstände man darauf fertigen kann.

Ziehen Sie eine Kerze

Haben Sie irgendwann einmal den Geruch einer echten Wachskerze in der Nase gehabt? Was sie doch für ein herrlich beruhigendes Aroma verbreitet. Die Meister im Kerzenziehen werden Ihnen die älteste Art des Kerzenziehens vorführen, über die Traditionen der Kerzen und deren Bedeutung in der litauischen Kultur berichten. Und das, was sie selbst herstellen, können Sie zuhause anzünden oder als Geschenk für ihre Familie mitnehmen.

Himmeli basteln

Ein Himmeli wurde früher über dem Tisch aufgehängt, an dem sich die Familie dreimal am Tag einfand. Dieses zerbrechliche, von Menschenhand gefertigte Werk, so lautet der Glaube, beschert dem Haus Harmonie, kosmische Energie und sakralen Frieden. In Bildungsveranstaltungen werden die Feinheiten des Bindens und der Verzierung von Himmeli enthüllt. Nicht nur Himmeli sondern auch Vögel, Girlanden und Sterne aus Stroh für den Weihnachtsbaum – all dies können Sie mit eigenen Händen erschaffen. 

Eine Wetterfahne lesen lernen

Die Wetterfahnen der Kuren sind ein einzigartiges Erbe des litauischen Küstengebiets, die mit Symbolen und Bedeutungen markierten Details und Schmuckstücke der alten Fischerboote. Man kann sie wie ein Buch lesen – hier widerspiegelt sich die Geschichte des Fischerlebens. Bei einer Bildungsveranstaltung werden Sie die Gründe für das Entstehen der Wetterfahnen sowie die Feinheiten ihrer Herstellung erfahren, die Bedeutungen der Farben und Muster entdecken.

Ein Bernstein-Amulett herstellen

Der Bernstein ist das Gold der Ostsee. Jedes Stück davon ist einzigartig, also ist jedes Bernsteinerzeugnis etwas ganz besonderes, das die Persönlichkeit seines Trägers oder seiner Trägerin unterstreicht. Bei einer Bildungsveranstaltung kann jeder mit alten Technologien sein ganz eigenes einzigartiges Bernsteinamulett oder ein anderes Schmuckstück herstellen.

Ein Kreuz hinterlassen

Die Kreuzmacherei ist ein traditioneller Zweig der litauischen Volkskunst, der Glauben und Handwerk vereinigt. Sie wurde von der UNESCO als Meisterwerk des immateriellen Kulturerbes der Menschheit anerkannt. Dieses Handwerk wurde niemals an Fachschulen gelehrt. Die Kreuze aus Holz, Metall und auch aus Stein werden bis heute von autodidaktischen Meistern angefertigt. Nehmen Sie Einblick in die Traditionen der Kreuzmacherei, stellen Sie ein eigenes Kreuz her und stecken Sie es am Berg der Kreuze in den Boden zwischen den Symbolen des Glaubens, die Tausende anderer Menschen hinterlassen haben.

Basteln Sie eine Faschingsmaske

Im Zentrum für traditionelle Handwerke von Plateliai können Sie eine Faschingsmaske anfertigen, und damit müssen Sie am Faschingsfest teilnehmen – es wird in Plateliai jedes Jahr groß gefeiert, und die Faschingsbräuche werden sehr treu eingehalten. Man sagt beispielsweise, dass unbedingt für jedes Faschingsfest eine neue Maske gebastelt werden muss, denn mit der alten können einen schließlich die Nachbarn erkennen!

In Plateliai gibt es ein Museum für Faschingsmasken (auf Niederlitauisch werden sie „lėčynos“ genannt), wo man über 300 diverse traditionelle Masken betrachten kann.