R. Danisevičius / Jaunojo tapytojo prizas

Kunstbrücken

Während seiner langen Geschichte gab es Momente, in denen Litauen an einem Scheideweg stand. Jeder Krieg, Aufruhr, jede Besatzung hinterließen kahle Wände im Raum – zahlreiche Kunstwerke wurden geraubt, nationalisiert, unterschlagen und in andere Länder abtransportiert. Hätten wir diese Ereignisse nicht erleben müssen, so wäre unser Land heute im Besitz ähnlicher künstlerischer Werter, wie wir sie in den weltweit wichtigsten Museen betrachten können. Aber was geschehen ist, ist geschehen. Wir sind stolz auf die Tatsache, dass die Namen litauischer Künstler weltweit in den Galerien zeitgenössischer Kunst genannt werden.

Žilvinas Kempinas – der Schöpfer moderner Objekte

Ein Meister der Visionen. Ein preisgekrönter Künstler, der mit dem Litauischen nationalen Kunst- und Kulturpreis ausgezeichnet wurde. Einer der bekanntesten litauischen Kreativen, der in New York lebt. Seine Werke erwarben das „MoMa“ Museum und das Centre Pompidou.

Der Künstler stellt seine minimalistischen Rauminstallationen in den berühmtesten Kunsträumen der Welt aus. Viele Sammler erkennen den Charakter von Žilvinas in kinetischen Objekten aus Magnetstreifen. Die von der Arbeit dieses Künstlers faszinierten Kunstliebhaber teilen seit Jahrzehnten ihre Gefühle in seinen „Tunneln“ in verschiedenen Galerien der Welt, wo aus Licht- und Videobändern großartige Raumskulpturen werden.

„Es gibt kein Foto und keinen Film, der fähig wäre, dieses Gefühl zu vermitteln, das man empfindet, wenn man zwischen sich parallel erstreckenden Bändern durch den Tunnel geht.“ Kunstkritikerin Laura Kreivytė

Ray Bartkus – zwischen New York und Marijampolė

Ein Vilniusser aus New York, der weit weg von Litauen lebt, ihm aber gleichzeitig sehr nahe steht. Exklusive Illustrationen des Künstlers werden von „Time“, „Newsweek“ und „The New York Times Book Review“ veröffentlicht. Bücher von Francis Fukuyama, Salman Rushdie, Margaret Atwood sind mit seinen Abbildungen versehen. Ray Bartkus präsentiert seine Gemälde, Bilder und Installationen auf Ausstellungen in New York, Helsinki, Den Haag, Wien, Paris, Kiew und London. In der kleinen litauischen Stadt Marijampolė organisiert der Künstler seit einigen Jahren das internationale Kunstsymposium „Malonny – Marijampolė, New York, London: Migration der Ideen“. Der Künstler wurde mit dem Stern der Diplomatie für die weltweite Förderung Litauens ausgezeichnet. Er hat der Welt nicht nur Marijampolė gezeigt, sondern auch Marijampolė die Welt näher gebracht. Seine mächtigen wunderbaren Ideen wandern in dieser Stadt von Gebäude zu Gebäude.

Svajonė und Paulius Stanikas – Litauer in Paris

Ein Künstler-Duo, bei dem beide gleichermaßen wichtig sind. Gewinner des Litauischen Nationalen Kunst- und Kulturpreises. Sie Leben in Paris, sind auch oft in Vilnius. Sie signieren ihre Kunstwerke mit „SetP Stanikas“. Ihre eindrucksvollen, kontroversen, manchmal sogar auch skandalösen Werke werden in den prestigeträchtigsten Messehallen und Galerien der Welt ausgestellt. Svajonė und Paulius haben Litauen mehrmals auf internationalen Biennalen, in Venedig, Liverpool, Moskau und Peking präsentiert. Kunstliebhaber bewundern ihre Zeichnungen, Fotografien, Videoinstallationen und Skulpturen wegen den geschilderten Grenzsituationen und wegen der extrem hohen Kunstkultur sowie den klassischen Kompositionen.

„Das Künstlerpaar Svajonė und Paulius Stanikas hat sein eigenes Rollenspektrum – ein kreatives Repertoire, das das Paar geschickt nutzt und womit es zwischen klassischen Reinkarnationen und moderner Invasion, Tragik und Groteske, Idealismus und Dekadenz balanciert. Die Werke der Künstler werden von zwei Städten beeinflusst – Vilnius und Paris, Barock und Gotik, Ost und West.“ Kunstkritiker Kęstutis Šapoka

Šarūnas Sauka – ein Genie aus Dusetos

Ein Präparator des menschlichen Körpers. Ein Surrealist, der sein eigenes Bild kontinuierlich in Gemälden verwendet. Ein Mann, der stundenlang an Gemälden arbeitet und jedes Detail präzise ausarbeitet. Seine Werke sind ironisch und selbstironisch, sie sind provokative Kritik an sozialen Normen und Problemen. Die Werke erzählen bange oder lustige Witze, sind von Luxus durchdrungen oder sogar abstoßend.

Der Alltag des Preisträgers des Nationalen Kunst- und Kulturpreises verläuft am Rande von Litauen, in Dusetos, wo er seine eigene Welt der Mythen schafft. Um seine Werke zu sehen, stehen die Menschen in Vilnius Schlange, und die Nationale Kunstgalerie muss ihre Öffnungszeiten während der Ausstellung verlängern, weil der Besucherandrang so groß ist. Šarūnas Sauka ist einer der bekanntesten zeitgenössischen litauischen Maler. Seine Werke sind Symbole der miteinander verflochtenen persönlichen Erfahrungen. Hier sieht man seine Bilder und Bilder seiner Familienmitglieder, kleine Details des Alltags und biblische Szenen. Alle führenden Museen des Landes, private Sammler in Litauen und im Ausland haben seine Kunstwerke erworben.

„Sauka kann nicht ohne die Sowjetzeit verstanden werden. Schreckenerregende Rituale, verzerrte Bewusstseinszustände, Bilder voller Absurdität – das ist die Reaktion eines Menschen auf die Ordnung, die eine Person unterminiert. Es ist eine gesunde geistige Reaktion auf eine abnormale Realität. Die Werke des Künstlers agierten als kollektives Unterbewusstsein aus Schatten – Im Dunkeln irrend, aber lebendig. Voller Überzeugung, obgleich einer unterdrückenden Gewissheit“. Kunstkritikerin Monika Krikštopaitytė

Stasys Eidrigevičius – ein Intellektueller der Kunst

Ein Vertreter der multifunktionalen Kunst. Eine Brücke, die Litauen und Polen verbindet. Ein Mann, dessen Ideen und Hände für Gemälde, Grafiken, Masken, Skulpturen, Objekte, Installationen, Illustrationen, Exlibris, Radierungen, Miniaturen und Wörter bestimmt sind.

Der Gewinner des Nationalen Kunst- und Kulturpreises hat viele Gesichter. Jedes davon erzählt seine eigene unvergessliche Geschichte. Kunstwerke von Stasys Eidrigevičius wurden von litauischen und polnischen Museen, vom British Museum in London, vom Museum of Modern Art in New York, von der US National Library in Washington, vom Vatikan Museum, von der Tokyo Art Gallery und von privaten litauischen s ausländischen Sammlern erworben.

„Stasys ist in erster Linie ein bestimmtes Genre von Bildern, deren natürliche Merkmale nur sichtbar sind, sich aber nicht mit Worten beschreiben lassen. Sie reisen durch verschiedene Arten von Kunst und Medien, verändern sich, bleiben aber bestehen und scheinen unabhängig zu sein, um zu beweisen, dass sie nicht nur das Ergebnis der imaginären Phantasie des Autors sind.“ Dr. Erika Grigoravičienė

Jolita Vaitkutė

Die Künstlerin der jungen Generation hat durch ihre besonders originellen Werke bereits Berühmtheit erfahren. Installationen, Aufführungen, Illustrationen und Porträts kreiert sie unter Einsatz unkonventioneller und besonders unverhoffter Materialien: Lebensmittel, Erdklumpen oder… Müll! Die Werke der Künstlerin sind ein Spiegel der Aktualien von Politik und öffentlichem Leben und sie bezeichnen historische Ereignisse. Für das bevorstehende 100-jährige Jubiläum der Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit Litauens hat J. Vaitkutė beispielsweise Porträts von Personen, die sich um das Land verdient gemacht haben, aus litauischer Erde geschaffen, und um ein Zeichen für die Mülltrennung zu setzen, hat sie aus Recycling-Müll die Abbilder international bekannter Popstars gefertigt. Die meisten Werke der Autoren sind ein Spiegel der sich ständig verändernden heutigen Welt, haben nur eine kurze Lebensdauer und werden nach ihrer Ausstellung vernichtet (Werke aus Lebensmitteln werden verspeist!).