L. Ciūnys

Küche der nationalen Minderheiten

Über die Jahrhunderte führten viele Wege durch Litauen. Die Geschichte wollte es so, dass sich in unserem kleinen Land nationale Minderheiten und ethnische Gruppen niederließen, die zu einem untrennbaren Bestandteil unseres Lebens und unserer Traditionen geworden sind. Genau wie auch ihre Küche. Juden, Russen, Polen, Weißrussen, seit den Zeiten des Großfürstentums Litauen hier verbliebene Tataren und Karäer – sie alle brachten Gerichte auf unseren Tisch, ohne die wir uns heute unsere Feste nicht mehr vorstellen können. In Trakai, der historischen Hauptstadt Litauens, findet man mit Fleisch gefüllte Piroggen – die sogenannten Kibinai, die von den hier lebenden Karäern zubereitet werden. Im Bezirk Alytus, im alten tatarischen Dorf Raižiai, wird man Sie mit einem authentischen tatarischen Kuchen aus Blätterteig und Mohn bewirten, den die Litauer Šimtalapis nennen. In Vilnius können Sie russische Maultaschen essen, und Sie sollten unbedingt die jüdischen Bagels und nach einem jüdischen Rezept zubereiteten Hering mit Rosinen und Zimt probieren.